ePortfolios mit WordPress

Es gibt eine Vielzahl von Softwarelösungen mit denen man ein ePortfolio betreiben kann. WordPress ist eine von diesen Möglichkeiten die meines Erachtens einen Platz in der Reihe möglicher ePortfolio Werkzeuge verdient hat. Deshalb habe ich am 25.11.2010 im Rahmen der ePortfolio AG einen kleinen Vortrag (Slideshare) gehalten warum ich WordPress für ein geeignetes Portfolio Werkzeug halte.
Wichtig war mir bei diesem Vortrag

deutlich zu machen, dass ich den Nutzen des Tools vor Allem aus Sicht der Nutzer betrachten wollte und den Aspekt des Lebenslangen Lernens berücksichtigt wissen wollte.


Ich habe versucht den Vortrag in folgende Punkte zu gliedern:

  • Was ist WordPress
  • Was ist ein ePortfolio
  • Warum ePortfolios mit WordPress
  • Beispiele


Ich verstehe WordPress zunächst einmal als eine Art digitaler Container. Ob man Katzenbilder, Tagebucheinträge, Blogbeiträge oder Materialien und Reflexionen des eigenen Lernprozesses darin sammelt ist zunächst nebensächlich. Entstanden ist WordPress zwar aus dem Gedanken eine gute Blogsoftware zu machen, aber die Nutzungsmöglichkeiten dieser flexiblen Software sind extrem umfangreich.


Wordpress ist selbstverständlich nicht die einzige Möglichkeit ein Blog zu führen. Die große Entwickler- und Nutzercommunity tragen jedoch zur hohen Qualität der Software bei. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass es WordPress in verschiedenen Varianten gibt. So kann man sich z.B. bei wordpress.com einfach registrieren um ein eigenes Blog zu eröffnen. Ausserdem kann man sich bei wordpress.org die kostenlose Open Source Software herunterladen um ein Blog auf dem eigenen Webspace zu betreiben. Durch leichte Anpassungen lässt sich hieraus eine sogenannte “Multisite Installation” entwickeln, wie sie von vielen Hochschulen bereits eingesetzt wird um “per Klick” neue Blogs zu erstellen. Zwischen allen Varianten lassen sich die Inhalte problemlos austauschen. Ich kann meine Inhalte also z.B. vom Blogsystem der Hochschule exportieren, um es dann bei wordpress.com weiter zu nutzen.


Nachdem geklärt war was ein Blog bzw. WordPress ist stellte sich in logischer Konsequenz die Frage danach was eigentlich ein Portfolio bzw. ein ePortfolio ist. Offensichtlich gibt es bei der Beschreibung bzw. bei der Übersetzung der Begriffe noch ein paar Fehler, so Stephan Münte-Goussar der u.a. zum Thema ePortfolio promoviert, im Wesentlichen sei eine “Mappe” (Container? s.o.) zum Sammeln von Artefakten aber schon das, was man als Portfolio bezeichnen würde.


Die Anzahl der Definitionen des Begriffes ePortfolio ist umfangreich und die Inhalte teils wiedersprüchlich. Das liegt auch an den unterschiedlichen Zielsetzungen mit denen Portfolios betrieben werden. Ich habe mir bewusst eine etwas breitere Definition gesucht, um nicht bereits durch die Definition, das Verständnis von (e)Portfolio-Arbeit im Bildungsbereich, zu sehr auf eine bestimmte Richtung des Denkens zu focussieren.


Im wesentlichen gibt es drei Gründe ein ePortfolio im Bildungsbereich zu führen. Entwicklung, Beurteilung und Präsentation. Hierbei lege ich persönlich besonders viel Wert auf den Aspekt der Entwicklung.


Der Entwicklungsgedanke kommt auch in der Aussage der ePortfolio Expertin Helen Barret zum Ausdruck in der sie verdeutlicht, dass es sich bei der Entwicklung eines Portfolios um einen Prozess handelt, bei dem schon die Portfolioerstellung zur persönlichen Entwicklung beiträgt.

Portfolio Prozess

Helen Barret gliedert den Portfolio Prozess in die folgenden Schritte:

  1. Collection
  2. Selection
  3. Reflection
  4. Projection
  5. Presentation

Ich bin aus gutem Grund ein Freund offener Portfolios. Das Thema Fehlerkultur spielt hierbei eine wichtige Rolle. David Truss hat hierzu einen schönen Beitrag geschrieben. Neben mir haben, alleine an der Fakultät EPB, bereits Christian Beermann, Norbert Breier, 
Torsten Meyer, Stephan Münte-Goussar und Christina Schwalbe Erfahrungen mit WordPress als ePortfolio Tool gesammelt. WordPress wird in unterschiedlichen Varianten und für unterschiedliche Zwecke mittlerweile an fast 30 Hochschulen genutzt.

Hilfreiche Funktionen von WordPress für ePortfolios

  • Themes
  • Verschiedene Möglichkeiten der Zugangsbeschränkung
  • Plugins
  • Custom Post Types
  • mobiler Zugang

Beispiele

Beispiele für gelungene Portfolios mit WordPress sind unter Anderem hier zu finden:
http://examensblog.de
http://blogs.tu-ilmenau.de/anagramm/
http://blogs.uni-bremen.de/benediktb/
http://blogs.uni-bremen.de/estudi

Quellen

Grafiken

Texte

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Autor: Ralf Appelt

Mein Name ist Ralf Appelt. Ich interessiere mich für Medien, Bildung & Design. Man kann den RSS-Feed dieser Seite abonnieren oder mir bei Twitter folgen. Kommentare, Anregungen und andere Reaktionen zu meinen Beiträgen freuen mich sehr!

9 Kommentare

  1. In meinem Proseminar “New Media in Foreign Language Education” arbeite ich auch mit E-Portfolios auf WordPress und Weebly Basis. Ein großer Vorteil gegenüber speziellen Lösungen, die in die universitäre Lernplattform integriert sind: Das E-Portfolio kann nach dem Kurs tatsächlich weitergeführt werden. “Lebenslanges Lernen” ist nicht möglich, wenn das Portfolio mit dem Verlassen der Uni nicht mehr erreichbar ist.

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