Corporate Learning Camp – #clc11

Vom 9.-10. September war ich beim Corporate Learning Camp in Darmstadt. Organisiert wurde es von Hessenmetall und in Person von Karl-Heinz Pape. Veranstaltungsort war die TU Darmstadt. Teilnehmer waren im Wesentlichen Trainer, Unternehmensvertreter aus den Bereichen Personalentwicklung & Trainingsabteilungen, Trainingsorganisationen und Hochschulangehörige.
Es gab trotz der vielen Barcamp Neulinge eine Vielzahl von interessanten Sessionangeboten und ich hatte mehrfach das Problem, dass mehrere Themen die mich interessierten sich überschnitten. Trotzdem würde ich mich gegen eine Gewichtung von Sessions aussprechen, so wie es in der Abschlussrunde vorgeschlagen wurde.

Sessionplan Tag 1


Sessionplan Tag 2

Meine Sessions am 1. Tag

Am Ersten Barcamp Tag habe ich Sessions zu folgenden Themen besucht:

  • Ist Weiterbildung eine Fehlinvestition?
    Erkenntnis der ersten Session: “Trainings”abteilungen (s. auch nächstes Sessionfazit) müsseen eher Diagnostiker und Methodenkenner als inhaltliche Experten sein. Das entspricht m.E. dem “neuen” Verständnis der Lehrerrolle. (vgl. Wildt “Shift from Teaching to Learning”)
  • Das Ende des Personalentwicklers
    Ein Ergebnis der Session war für mich die Aufgabenklärung der Personalentwicklung und die Feststellung das Training und Personalentwicklung sinnvoller Weise zusammengehören sollten. Ansonsten ist auf jeden Fall ein Unterschied zwischen einer Trainingsabteilung und der Personalentwicklungsabteilung zu machen. Aus meiner Sicht sind Personalentwickler nicht diejenigen die tatsächlich einen Mitarbeiter in eine Richtung entwickeln können. Sie sind eher “Hebammen” indem sie möglichst brauchbare Rahmenbedingungen schaffen.
  • Lernende Organisation
    Zu dieser Session gibt es eine Präsentation und einen eigenen Blogbeitrag. Eine eigene Zusammenfassung spare ich mir an dieser Stelle.
  • Muss es gleich ein LMS sein?
    Wir haben diskutiert welche Vor- und Nachteile ein MS für Unternehmen/Organisationen hat und wo ein solches System Sinn macht. Bereits aus der Featureliste die während der Session für ein LMS zusammengestellt wurde hat sich m.E. die Antwort ableiten lassen: Es kommt drauf an. Ich kann mir weiterhin vorstellen, dass es für einige Unternehmen sinnvoll erscheint ein großes LMS zu betreiben, allerdings halte ich in jedem Fall offene Schnittstellen und Daten(bank)formate für sehr wichtige Eigenschaften. Während der Session (war es diese?) wurde auch darauf hingeweisen, dass oftmals kleine Fachabteilungen sich bereits eigene, funktionierende Lösungen geschaffen haben. Diese sollten möglichst nicht zu Gunsten eines LMS gestrichen werden. Auch externe Trainer sollten die Teilnehmer eines Kurses/Workshops nicht anschließend in ein eigenes System locken, wenn grundsätzlich Unternehmensinterne, vielleicht trivialere Lösungen, vorhanden sind. In jedem Fall ist die Usability der Lernenden zu berücksichtigen. Ein wichtiger Punkt hierbei ist der Aspekt des Single-Sign-On.

Meine Sessions Tag 2.

Am Zweiten Veranstaltungstag habe ich mich deutlich zurück gehalten. Die erste Session war eine Fehlentscheidung für mich und ich habe sie relativ schnell wieder verlassen. Ich nutzte die Zeit um meine spontane Session zum Thema Visualisierung ein wenig vor zu bereiten.

  • Softskills – Wie viel E-Learning vertragen sie?
    Die Diskussion wieder zu geben spare ich mir an dieser Stelle einfach ;-)
  • Visualisierung
    Diese Session habe ich selbst provoziert. Ich wollte mich eigentlich von erfahrenen Trainern updaten lassen was Visualisierungstechniken z.B. an Flipchart und Pinwand angeht. Schnell kamen wir aber in die Diskussion darüber wie Visualisierung eingesetzt werden kann und soll. Ob sie nicht eher vom Inhalt ablenkt und ob es nicht eher um die Nutzung von Metaphern geht. Es wurden während der Session viele Dinge geäussert die für mich äusserst interessant waren. Parallel wurden einige Informationen zum Thema in einem Etherpad Dokument gesammelt. Ich habe diese Informationen noch ein wenig angereichert und und stelle sie nachfolgend zuer Verfügung.
  • LDL in der betrieblichen Weiterbildung
    Oliver Tacke hat hierzu selbst einen Abschnitt in seinem Blogbeitrag zum CLC.
  • Flipped Classroom
    s. Blogbeitrag bei Christian Spannagel

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Session Visualisierung

Erstmals ist mir ein alternatives Visualisierungskonzept bei den CommonCraft Videos aufgefallen. Das Motto ist im Prinzip “Thema XY in einfachem englisch” und das wird dann als kurzes Video angeboten. Das ganze nennt sich “Legetechnik“.

Eines typisches Beispiel ist das Video “Wikis in plain english“. Zu den CommonCraft Videos gesellten sich schnell weitere Visualisierungen die ich bemerkenswert fand. Das waren zum einen zahlreiche Infografiken die durch das Internet geistern und Datenmaterial auf interessante Art und Weise repräsentierten. Unter dem Stichwort “Graphic Recording” und “Visual Facilitating” entstehen quasi als visuelle Protokolle von Veranstaltungen und Vorträgen Bilder wie “If you really want to change the world” von Annalena Schiller.
Dies ist auch in der Visualisierung des Vortrags “Changing Education Paradigms” von Sir Ken Robinson schön zu sehen.

Irgend etwas derartiges wollte ich meinen Workshop- und Lehrveranstaltungsteilnehmerinnen und -teilnehmern auch gerne anbieten. Eines der ersten Ergebnisse war ein Ablaufplan zu einem Micro-Workshop der in die Funktionsweise von Blogs einführen sollte.
Erstellt hatte ich diesen mit Pastelkreide und Flipchart Markern. Mittlerweile bin ich den Neuland Produkten etwas verhaftet (ich bekomme für diese Hinweise kein Geld ;-) ). Die Marker gefallen mir farblich sehr gut. In der Session hatte ich z.B. den mit der Farbe “Kaltgrau” und als Alternative zur Kreide den “Textmarker” gezeigt.

Für Hinweise zum Thema Visualisierung, egal ob Literatur- oder Materialtipps, Hinweise auf Veranstaltungen o.ä. bin ich sehr dankbar, am besten einfach als Kommentar, dann steht es allen Lesern des Beitrags auch zur Verfügung. Nachfolgend bereits erste Ergebnisse aus meiner Erfahrung und dem Kreise der Sessionteilnehmer.

Sehr eindrucksvoll fand ich im Übrigen die “Einbein, Zweibein, Dreibein, Vierbein”-Geschichte die uns Dirk Nitschke erzählte.

Artikel zum Thema der Session:

http://www.zeit.de/2011/20/Interview-Infografik
http://pb21.de/2011/09/visuelles-denken/

Bücher zum Thema der Session:

Auf der Serviette erklärt: Mit ein paar Strichen schnell überzeugen statt lange präsentieren
Amazon

bikabloo 2.0
Neuland

Sichtbar. Die besten Visualisierungs-Tipps für Präsentation und Training
Amazon
Hier wird der erste Schritt vor dem zweiten gemacht: Zumindest die ersten 50 Seiten beschäftigen sich erstmal damit, wie man zur Idee und Bildkomposition kommt – danach kommen erst Gimmicks wie Formen, Männchen, schöne Schrift, Farben, Schatten.

Präsentationstools

Als alternative zu Powerpoint wurde noch Prezi erwähnt. Ich bin davon nicht wirklich überzeugt, aber der Link zur Wikipediaseite kann hier ja nicht schaden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Prezi
Hinweis eines Teilnehmers: Besonders sinnvoll in Verbindung mit Interaktivem Whiteboard

Bedanken möchte ich mich bei den Sessionteilnehmern besonders für die Hinweise die den Weg in das Etherpad-Dokument geschafft haben, welches während der Session zur Verfügung stand und Grundlage für diesen Beitrag war.

Weiterlesen

Weitere Blogbeiträge um CLC11 die hier keine Verwendung gefunden haben gibt es z.B. bei

Die Dokumentation der Sessions ist in der Community zur Veranstaltung zu finden.

PS: Ich habe auch einige Photos gemacht. Link folgt.

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Autor: Ralf Appelt

Mein Name ist Ralf Appelt. Ich interessiere mich für Medien, Bildung & Design. Man kann den RSS-Feed dieser Seite abonnieren oder mir bei Twitter folgen. Kommentare, Anregungen und andere Reaktionen zu meinen Beiträgen freuen mich sehr!

4 Kommentare

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