Social Media Recruiting Conference Hamburg

Kurzfristig hatte ich von der Social Media Recruiting Conference (SMRC) vom 13.-14.10.2011 in Hamburg erfahren. Die Organisatoren ermöglichten mir noch kurzfristig teilzunehmen, worüber ich in Anbetracht der Agenda sehr erfreut war.

Ich habe mir ein paar Notizen gemacht. Diese habe ich teilweise schon über meinen Twitter Account (@ralfa) gepostet. Hier fasse ich diese Notizen und die Tweets einiger anderer Besucher noch einmal zusammen.

Vorträge

Employer Branding & Recruiting im Social Web – ein Bestandsaufnahme
(Jan Kirchner | atenta)

Social Recruiting Plans Jan Kirchner gab einen Überblick über die Entwicklung HR relevanter Webdienste von GeoCities (1994) über classmates (1995), sixdegrees (1997) myspace, Linkedin, OpenBC Xing (2003), facebook (2004), studiVZ (2005), twitter (2006) bis google+ (2011).

Es folgen eine Reihe von Zahlen zum Thema Recruiting im social web. Zum Beispiel das 2011 in den USA 89% der befragten Unternehmen planen Social Media für das Recruitung einsetzen. Quelle: SOCIAL RECRUITING SURVEY 2011
Jan Kirchner meint die USA seinen dem deutschsprachigen Bereich i.d.R. ca. 2 Jahre voraus.
Eine weitere Quelle, die sich mit dem deutschsprachigen Raum beschäftigt, ist der Social Media Report HR 2010
Weitere Aussagen von Jan Kirchner waren das Blogs im kommen sind. Sie machen zwar viel Arbeit, aber sie bieten den größten Gewinn. Leider habe ich es versäumt ihn nach seiner Begründung hierfür zu fragen.
Des weiteren wies er darauf hin, dass es klar sei, das Social Media Recruiting ohne Employerbranding nicht ginge. Ob dies (allen) so klar ist würde ich zunächst einmal bezweifeln.
Seiner Einschätzung nach ist die nächste Herausforderung des Social Media Recruitings sich dem Thema „Storytelling“ zu öffnen.

Social Media ja, aber bitte nicht überstürzt! – Planung eines Social Media Auftritts für Employer Brandung & Recruiting
(Henner Knabenreich | knabenreich consult)

Auf äusserst lockere und unterhaltsame Weise stellte Henner Knabenreich uns einige Beispiele vor wie der Einstieg in das Feld Social Media Recruiting misslungen ist.
Z.B. folgender, typischer Dialog:

A: „Ich habe gesehen, dass unser Wettbewerber da sone Facebookseite hat und sowas brauchen wir jetzt auch…”
B: „Prima. Was ist denn Ihr Ziel?“
A: „…äh… hm…“ „… also wegen der Bewerber und so…“

Oder das Beispiel wie Strabag Twitter (nicht) nutzte.

Das Problem aus seiner Sicht sind neben dem unüberlegten Einstieg auch die fehlende Verknüpfung mit dem „Tagesgeschäft“. Das beginnt dabei zu klären ob die Social Media Nutzung am Arbeitsplatz möglich und zulässig ist, die Unterstützung der obersten Führungsebene – auch in aktiver Form. Die Einbindung und Information aller Mitarbeiter spielt hierbei ebenfalls eine Rolle. Ich musste sofort an den „Enjoy Social Media“ Kurs von Ellen Trude denken (weitere Infos hier und hier.
Die Karrierewebsite sollte vor dem Social Media Recruiting ebenfalls in Ordnung gebracht werden.

Fazit: Erst denken, dann handeln. Alle Organisationsmitglieder aktiv einbeziehen – ansonsten sind sie passiv dabei!
Und nicht überstürzt beginnen. Nach dem Monitoring (das nicht enden sollte) kann ein Ziel festgelegt und darauf hin die passende Strategie entwickelt werden.

Entwicklung einer Content-Strategie für Unternehmen
(Jörn Hendrik Ast | fluidnetwork)

Drei Punkte erfolgreicher Online Strategien sind seiner Meinung nach:

  • Wer ist unsere Zielgruppe und für was interessiert sie sich?
  • Über welche Themen wollen und können wir schreiben?
  • Wie können wir Community Engagement erzeugen?

Basierend auf verschiedenen Diensten hat er verschiedene Arten von Nachrichten klassifiziert. Für Facebook sind das z.B. Kampagnen-Statusmeldungen, Unternehmens-Statusmeldungen oder Engagement-Postings. In seine Präsentation waren noch einige Mehr z.B. auch für Twitter. Die Präsentation soll bei Slideshare erscheinen.
Drei Hauptfragen sollten im Zusammenhang mit Community Engagement beantwortet werden:

  • Warum kommen die Bewerber auf die Seiten?
  • Warum bleiben sie?
  • Warum laden sie ihre Freunde ein?

Der wohl wichtigste Punkt kann vermutlich nicht oft genug wiederholt werden: Es geht beim Content nicht nur um Statusmeldungen, sondern vor allem um einen Dialog!

Parallel kam per Twitter ein Hinweis auf einen Spiegel Online Artikel der 20 Tipps für Bewerber zusammen trägt. Die letzte Regel scheint mir die wichtigste zu sein.

Best Practices

Praktische Fragen bei der Vorbereitung eines Social Media Auftritts
(Kirsten Lietz | Arbeit und Mehr)

Frau Lietz berichtet von der Einführung von Blog, Twitter und Facebook bei ihrem Arbeitgeber.
Eine Idee die bei Arbeit und Mehr umgesetzt wird ist, Auszubildende die verschiedene Abteilungen durchlaufen als Botschafter für die Social Media Kanäle einzusetzen.
Die Aspekte bei der Einführung scheinen bei vielen Organisationen ähnlich zu sein. Was soll das messbare Ziel sein? Was kostet der Auftritt (Im ersten Moment und dauerhaft)? Welche Kanäle sind für uns passend? Wer betreut die Dienste? Woher kommt die nötige Expertise? Gibt es Unternehmensinterne Guidelines? Brauchen wir welche? Es ist Überzeugungsarbeit bei Führungskräften und Mitarbeitern zu leisten. Was ist der Vorteil wenn man im Bereich Social Media aktiv wird?
Kirsten Lietz nannte folgende Punkte:

  • Der Kontakt ist schneller und direkter
  • Die Bindung zum Bewerber wird besser
  • Die Passung zwischen Bewerber und verfügbaren Stellen kann frühzeitiger ermittelt werden.
  • Das Image des Unternehmens kann profitieren.

Hierzu sind folgende Dinge nötig:

  • Geduld
  • Passende Zielgruppe
  • Man muss sich kümmern und die Beteiligung einfordern.
  • Alle Mitarbeiter müssen überzeugt sein und die Führungskräfte sollten dahinter stehen und sich möglichst beteiligen, weil Sie so als Vorbild dienen und die Mitwirkung legitimieren.

Facebookmanagement in der Unternehmenspraxis
(Christine Oertel | in-tech GmbH)

Der Bericht über die erfolgreiche Nutzung von Facebook Karriere Fanpage enthält u.ä. Hinweise auf die Art der Inhalte die dort gepostet werden:

  • Jobangebote
  • Karriereinfos
  • Einblicke in das Unternehmen ( Photos, Videos, Unternehmensnews)
  • Event-Tipps
  • Mtarbeiterinterviews
  • „Fan“-Dialog

Wichtig ist hierfür ein Redaktionsplan. Ähnlich wie die Botschafter bei Arbeit und Mehr gibt es bei in-tech so genannte Themenscouts die von unterschiedlichen Standorten des Unternehmens berichten.
Die Schwierigkeit geeignete Mitarbeiter für das Unternehmen zu finden kommt deutlich zum Ausdruck. Deshalb ist dem Unternehmen die Mitarbeiterzufriedenheit so wichtig, um die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden.

Als Zielgruppen für die Social Media Aktivitäten werden Bewerber, Mitarbeiter und „Andere“ benannt.

Blog-Management in der Unternehmenspraxis
(Sonja Königsberg | Otto GmbH & Co KG)

Gemeinsam mit der Auszubildenden Kathrein Malchau wird das Otto Azubi-Blog vorgestellt.
Die Ausgestaltung des Blogs orientiert sich in erster Linie an den Fähigkeiten der Azubis und den Realitäten des Arbeitsalltags. Ziele die durch das Blog erreicht werden können sind nachrangig.
Die bloggenden Azubis scheinen sehr viel Freiheit bezüglich der Blogbeiträge zu haben. Anfängliche Pläne wer wann wie viel im Blog schreibt haben sich nicht bewährt.
Die Azubiblogger werden von der HR und Personalmarketing-Abteilung gecoacht.

Es ist festzuhalten, dass die längeren Einträge auch die erfolgreicheren sind.

Kommentare sind – wie in anderen Blogs i.d.R. auch – selten aber stets erwünscht. ottoazubiblog.de

Take Home Message

Für das Social Media Recruiting sollten Unternehmen von Anbeginn eine klare Strategie haben die sie am besten gemeinsam mit Experten entwickeln und umsetzen. Es empfiehlt sich nicht zu viele Aktivitäten auf einmal zu beginnen. Perspektivisch geht es erstmal nicht um große Innovationen sondern eher um Konsolidierung der bisherigen Maßnahmen.

Wer mehr zur Veranstaltung lesen möchte, dem sei das Liveblog bei der Wollmilchsau empfohlen.

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Autor: Ralf Appelt

Mein Name ist Ralf Appelt. Ich interessiere mich für Medien, Bildung & Design. Man kann den RSS-Feed dieser Seite abonnieren oder mir bei Twitter folgen. Kommentare, Anregungen und andere Reaktionen zu meinen Beiträgen freuen mich sehr!

5 Kommentare

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